Dampfloks sind immer schwarz: Wer das glaubt, wird beim Bahnhofsfest in Mügeln eines Besseren belehrt. Die Gastlok aus Zittau ist schon zum Einsatz eingetroffen.Foto: privat
Am 12. und 13. September sind Eisenbahnfans zum Bahnhofsfest in Mügeln eingeladen. Es gibt ein umfangreiches Programm auf und abseits der Gleise. Wie das Wochenende abläuft und was die Besucherinnen und Besucher erwartet: Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt.
1. Das Zuschauen kostet nichts
Wer sich nur die Züge anschauen und über das Bahnhofsgelände flanieren möchte, kann das völlig kostenlos tun. Beim Bahnhofsfest wird kein Eintritt verlangt. Fahrkarten gibt es ab sieben Euro. Das sind dann Tickets für eine einfache Fahrt über maximal zehn Stationen. Tageskarten für eine Hin- und Rückfahrt, zum Beispiel zwischen Oschatz und Mügeln, gibt es ab 15 Euro pro Person. Wer ein Deutschland- oder ein Sachsenticket hat, kann mitfahren, wenn er acht Euro Festivalzuschlag zahlt.
2. Zwei Gastloks kommen nach Mügeln
Die Dampflok der Döllnitzbahn ist zum „TÜV“, und eine Diesellok wurde bei einem Unfall beschädigt und steht nun demontiert zur Schadensermittlung in einer Werkstatt. Dennoch sind drei Züge im Einsatz. Der Triebwagen der Döllnitzbahn ist von der Durchsicht zurück, und eine Dampflok der Zittauer Schmalspurbahn ist ebenso in Mügeln zu Gast wie eine Diesellok der Baureihe V10C, die sonst im Jerichower Land unterwegs ist.
3. Reger Zugbetrieb geplant in Mügeln
Mit diesen Fahrzeugen wird ein Fahrplan umgesetzt, bei dem an beiden Tagen, zwischen 8 und 18 Uhr, stündlich Züge in Mügeln abfahren, manchmal auch zwei oder gar drei, zum Beispiel zwischen 11.36 und 12.07 Uhr sowie 15 und 15.22 Uhr. Lohnenswert ist ein Ausflug nach Nebitzschen, wo an beiden Tagen fünfmal gleichzeitig Züge nach Kemmlitz und Glossen ausfahren. Achtung: Wer kein Eisenbahnfan ist, sollte vermeiden, zu den Zeiten der Doppelausfahrten in Nebitzschen auf der Straße unterwegs zu sein, oder dafür deutlich mehr Zeit einplanen.
4. Lokparade und Bahnhofsführung
Während man in Nebitzschen mehrmals zwei Züge auf einmal sehen kann, gibt es am Sonnabend, 19 Uhr, eine Parade aller Fahrzeuge vor dem Lokschuppen. Wer hinter die Kulissen des Bahnbetriebes schauen will, ist bei den Bahnhofsführungen richtig. Sie dauern rund 45 Minuten und werden an beiden Tagen, 10.30, 13, 14.30 und 16 Uhr, angeboten. Tickets zum Preis von fünf Euro gibt es am Kiosk auf dem Bahnsteig. Treffpunkt zu den Führungen, deren Teilnehmerzahl auf je 15 begrenzt ist, wird am Güterboden sein.
5. Musik und „Tanz der Maskottchen“
Wer genug Züge gesehen hat oder sich eine Pause zwischen zwei Zugfahrten gönnen will, kann auf dem Bahnhof Süßes oder Deftiges genießen und bekommt dabei auch etwas für Augen und Ohren geboten. Am Sonnabend, ab 10 Uhr, spielt Mr. Sax am Bahnhof. Am Sonntag, von 10 bis 12 Uhr, ist Kinderdisko mit DJ Udo – mit dem „Tanz der Maskottchen“ von 11 bis 11.30 Uhr. Ab 14 Uhr zeigen die Tänzer vom TSC Muldental ihr Können und laden zum Mittanzen ein.
6. Markt-Zeit auf dem Bahnhofsgelände
Am Sonnabend, ab 10 Uhr, ist Händlermarkt auf dem Bahnhofsgelände. An 14 Ständen gibt es Nützliches und Erstaunliches, von Alpakawolle über Seife bis hin zu Wein. Tags darauf findet dort der 4. Bahnhofsflohmarkt statt.
An beiden Tagen erwartet ein Kinderkarussell die jungen Festbesucher, während sich die süße Naschbude als Verführung für alle Altersgruppen darstellt. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund präsentiert sich am Sonnabend, ab 10 Uhr, mit seinem Infomobil, an dem auch eine Bastelecke für die Jüngsten aufgebaut wird.
7. Attraktionen an der Strecke
Natürlich ist das Geoportal im früheren Empfangsgebäude des Bahnhofs Mügeln zu diesem Fest geöffnet. Wer mit dem Zug nach Glossen fährt, kann dort von der 750-Millimeter-Schmalspur in die 600-Millimeter-Feldbahn umsteigen. Der Verein Feldbahnschauanlage veranstaltet an diesem Wochenende einen Fahrbetrieb in den ehemaligen Steinbruch und stellt dabei den Eimerkettenbagger sowie den Brecher in Aktion vor. Am Sonntag, ab 14 Uhr, wird in Glossen Pflaumenkuchenfest gefeiert.
An der Strecke nach Glossen/Kemmlitz liegt das Mügelner Feuerwehrhaus. Dort finden am Sonnabend und Sonntag „Tage der offenen Tür“ statt. In Richtung Oschatz kann man am Gasthof Schweta aus- und zusteigen. Wirt Ulf Jungnitz veranstaltet dort am Sonntag, von 11 bis 20 Uhr, einen Schnitzeltag.
In Oschatz selbst, am Südbahnhof, ist das Eisenbahn-Postkartenmuseum an beiden Tagen, von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr, geöffnet. Die Modellbahnausstellung im gleichen Gebäude erwartet alle Interessenten an beiden Tagen, von 10 bis 17 Uhr.
8. Ersatzverkehr in Richtung Oschatz-Süd
Wegen der Bauarbeiten an der Mauer, auf der die Bahn in Oschatz entlang der Döllnitz fährt, beginnen und enden alle Züge am Bahnhof Oschatz-Süd. Ab dem Hauptbahnhof wird 8.45 (nur am Sonnabend), 9.20 (nur am Sonntag), 11.20, 12.40, 14.25 und 16.10 Uhr ein Ersatzverkehr mit Bus zum Südbahnhof angeboten. Dort fahren der Triebwagen beziehungsweise der Dampfzug nach Mügeln, in der Regel zehn Minuten nach Ankunft des Busses ab. Ebenso gibt es für alle in Oschatz ankommenden Züge aus Mügeln einen Busanschluss zur „großen Bahn“.
